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GEDANKEN: PROTOKOLL AUS PLöTZENSEE mohan: 2002-01-16

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Der 20jährige Matrose Hugo Steigleiter aus Speyer wurde zusammen mit seinem drei Jahre älteren Bruder Hermann wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens von den Nazis zum Tode verurteilt. Die Nazis haben die Hinrichtung exakt in einem Protokoll festgehalten, das ihr im folgenden lesen könnt.


Vorbemerkung:
Das Protokoll soll hier nur aufzeigen, mit welcher Gründlichkeit die Nazis ihre Verbrechen aufgeschrieben haben. Das ganze soll die Hinrichtung nicht bewerten. Es soll euch aber die Brutalität des Naziregimes aufzeigen. Hier wurde ein junger Mensch aus unserer Region wegen des Schmuggels kommunistischer Schriften getötet.


Der Oberreichsanwalt
beim Volksgerichtshof
9 J 602 / 38g
Berlin, den 6. November 1940
im Gefängnis Plötzensee

Niederschrift über den Vollzug der Todesstrafe

Die unterzeichneten Beamten der Reichsanwaltschaft beim Volksgerichtshof begaben sich heute früh zur Vollstreckung des gegen Hugo Steigleiter ergangenen rechtskräftigen Todesurteils des 3. Senats des Volksgerichtshofs vom 19. März 1940 ins Gefängnis Plötzensee in Berlin in den zur Vollstreckung des Urteils bestimmten Raum. Der Scharfrichter Reichhart aus München meldete dem mit der Leitung der Urteilsvollstreckung beauftragten Ersten Staatsanwalt Spahr, daß er mit seinen Gehilfen zur Ausführung der Vollstreckung bereit stehe. Im vorderen Teil des durch elektrisches Licht hell erleuchteten Vollstreckungsraumes befand sich ein schwarz verhangener Tisch, auf dem ein Kruzifix und zwei brennende Kerzen standen. Der hintere Teil des Vollstreckungsraumes, in dem das Fallbeilgerät steht, war durch einen schwarzen Vorhang abgetrennt.

Die Unterzeichneten nahmen hinter dem Tisch Aufstellung. Der Scharfrichter stellte sich mit seinen drei Gehilfen vor dem geschlossenen Vorhang auf.
Anwesend waren ferner:
1) Verwaltungsinspektor Nowak als Vertreter des Vorstandes des Gefängnisses,
2) der ev. Anstaltsgeistliche, Pfarrer Lemke.

Der unterzeichnete Erste Staatsanwalt ordnete die Vorführung des Verurteilten Hugo Steigleiter an. Dieser wurde um 6:12 Uhr, die Hände auf dem Rücken gefesselt, durch zwei Gefängniswachtmeister an der Richtstätte vorgeführt. Die Tür wurde geschlossen.

Dem Verurteilten Hugo Steigleiter wurde sodann durch den unterzeichneten Ersten Staatsanwalt die Formel des Urteils des 3. Senats des Volksgerichtshofs vom 19. März 1940 und die Entschließung des Reichsministers der Justiz vom 30. Oktober 1940 langsam und deutlich bekanntgegeben.

Hierauf beauftragte der leitende Erste Staatsanwalt den Scharfrichter Reichhart, seines Amtes zu walten. Sofort wurde der Vorhang zurückgezogen und die drei Gehilfen des Scharfrichters traten an die Stelle der beiden Gefängniswachtmeister.

Der Verurteilte Hugo Steigleiter gab keine Äußerung von sich. Er weinte, ließ sich ohne Widerstreben vor das Fallbeilgerät führen und dort mit entblößtem Oberkörper niederlegen. Der Scharfrichter trennte sodann mittels des Fallbeils den Kopf des Verurteilten vom Rumpfe und meldete, daß das Urteil vollstreckt sei.

Die Vollstreckung dauerte von dem Zeitpunkt der Vorführung bis zur Übergabe an den Scharfrichter 32 Sekunden und von der Übergabe an diesen bis zur Meldung des Scharfrichters, daß das Urteil vollstreckt sei, 8 Sekunden.

Erster Staatsanwalt. Sekretär.


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